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Im Zweiten Teil von ‘Two Boys’ führt uns die Suche nach homosexueller Zweisamkeit in der Gegenwartsfotografie, mit einem kurzen Umweg über Italien nach Frankreich, bis in die Pariser Wohnung von Stefano und Vivien.

stefano et vivien

Dort leben und fotografieren die beiden seit Februar 2010, und das mit einem unverwechselbaren Charme.

Verschwitzte, knitterige Sommerbettwäsche, sonnendurchflutete Räume, Freunde, rauchend unter dem engen Dachfenster, die gemeinsame Flucht vor der Stadthitze auf’s Land, Essen, viel gutes Essen, und Zweisamkeit. Meistens sehr sanft, wenig aufdringlich und doch stehst gnadenlos innig, intim, und immer vertraut; voller Sehnsucht. Die Sehnsucht nach dem flüchtigen Moment einer Berührung, einem Kleidungsstück als Hinterlassenschaft, einem Lichtspalt als Botschafter. Sie öffnen kleine Fenster in eine poetisch, zärtliche Welt. Ihre Welt.

Aber erst einmal ganz von vorn. Stefano, Italiener, und seinerseits Student in Venedig wurde 2004 auf den Flickr-Stream des französischen Vivien aufmerksam. Nach einigen Monaten virtuellen Briefwechsels kam Vivien für ein Austauschjahr ebenfalls in die italienische Gondelstadt und zog bereits nach kurzer Zeit zu Stefano und in dessen enges WG-Zimmer. “So I can say that we’ve eben living together since forever”, so Stefano.Dieser hatte zuvor nichts mit Fotografie zu tun, er näherte sich ihr durch seinen Freund. Eine Gemeinsamkeit. Ein gemeinsamer Austausch über das unbewegte Bild. Liebesbriefe mit Licht gemalt.

Als bedeutenden Wendepunkt ihrer Fotografie beschreiben beide den Wechsel von Digital zu Film, einem poetischerem Trägermaterial, dass durch seinen chemischen Prozess mehr den Effekt der Verfremdung innehält, und am Ende die Wirklichkeit doch deutlich besser erzählt als sein digitales Pendant.

Mittlerweile haben sich die beiden für Frankreich entschieden und Paris zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht, dort veröffentlichten sie auch vor kurzem ihren ersten eigenen kleinen Bildband: ÉTÉ 10. Eine interessante Arbeit, welche die unterschiedlichen Sichten der beiden auf ein und dasselbe Thema versucht zu vereinen, immer lyrisch eingerahmt in Italienisch und Französisch. Ihrer beiden Sprachen. Und da ich selbst stolzer Besitzer der Erstausgabe bin, kann ich es jedem nur wärmstens empfehlen. Ein kleiner Traum von Frankreich, Wärme, und der unbezahlbare Einblick in die Welt von Stefano und Vivien.

stefano et vivien

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stefano et vivien

stefano et vivien

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Und dann gab es bei meiner Recherche noch diesen einen Moment, einen dieser Momente in denen das Herz kurz innehält, man es hören kann, aber nicht weiß, ob es gerade lacht oder einen Sprung bekommen hat. Ich stieß auf ein kleines Polaroid, mit einem kleinen Satz:

stefano et vivien

“The only photograph I took on my 25th birthday.”




  1. Toby am Dienstag, 12. April, 2011

    sehr coole Geschichte und die Bilder gefallen mir.

  2. Bernd am Dienstag, 12. April, 2011

    Der Facebook Gefaellt mir Button wuerde sich gut im Blog machen, oder finde ich ihn nur nicht?

  3. Lars am Dienstag, 12. April, 2011

    Lieber Bernd,

    zwischen Beitrag und den Kommentaren findest du alles, was dein Herz begehrt!