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Stefanie Ramb hat eine Leidenschaft für Beutel – und macht sie deswegen selbst. Verkauft werden die Taschen in kleineren Läden in ganz Deutschland oder im Internet auf krambeutel.de.

1. Wie bist du auf die Idee gekommen, Taschen herzustellen?

Das war eigentlich eine Idee, die aus der Not geboren wurde. Während der Ausbildung zur Schneiderin bei der Firma Bogner war ich chronisch pleite und hatte für Dinge wie zum Beispiel Geburtstagsgeschenke kein Geld. Also zerschnitt ich eine dieser großen blauen Ikea-Taschen und nähte daraus einen Geldbeutel für eine Freundin. Weitere Geschenke folgten, wie auch die erste Tasche aus LKW-Plane: Ein Geburtstagsgeschenk für eine damalige Mitbewohnerin, die für ihren schlimmen Uni-Mittwoch eine Tasche brauchte, in die Bücher, Ordner und Thermoskanne passten. Daraus entstand die Idee, haltbare, schöne, personalisierte Taschen maßzuschneidern.

2. Erklärst du uns kurz, wie ein klassischer Arbeitstag bei dir aussieht?

Da ich nach der Ausbildung noch ein geisteswissenschaftliches Studium abgeschlossen habe, habe ich jetzt zwei Berufe. Und in beiden arbeite ich. Die meisten Tage beginnen mit Frühstück am Computer. Buchhaltung, Anfragen bearbeiten, im Internet wühlen, manchmal auch ein bisschen nähen. 2/3 des Jahres arbeite ich im Schnitt für den Bayerischen Rundfunk in der Hörspielproduktion. An den Tagen verschwinde ich gegen 9 vom Schreibtisch oder der Nähmaschine und rolle die knappen zwei Kilometer zum Funkhaus, wo bis zum Abend krambeutel erst einmal vor der Türe warten muss. Abends unterrichte ich einmal die Woche einen Nähkurs an der VHS, die restlichen Abende wird – neben ein bisschen Sport gegen das im Sitzen Verrosten – immer auch genäht oder zugeschnitten, oft bis spät in die Nacht. Ich bearbeite krambeutel-Aufträge oder andere Nähprojekte – Änderungen von Kleidern, Klamotten für mich selbst oder Freunde und Familie. Was neben der Krambeutelei entsteht, stelle ich bei www.stefanieundpaul.de vor. Und meistens starre ich abends auch ein bisschen auf den Computerbildschirm und warte auf Inspiration, die mir aus dem Internet entgegen hüpfen soll. An den Tagen, an denen ich nicht für den BR arbeite, läuft die Nähmaschine auch tagsüber. Da bin ich dann auch mit der Kamera draußen unterwegs und mache Umgebungs- und Produktfotos. Und ich genieße es, zu Hause in meinem Arbeitszimmer vor mich hinwurschteln zu können. In Jogginganzug und mit Zauselhaaren.

3. Was ist das Besondere an Krambeutel – warum sollte man seine Taschen bei dir kaufen?

Bei krambeutel kann man genau die Tasche bekommen, die man will und braucht. Ich mache Umhängetaschen, Rucksäcke, aber auch Federmäppchen, Geldbeutel, alle möglichen Etuis, Schlüsselanhänger, Kamerataschen – eben alle Beutelformen, die man zum Aufbewahren und Transportieren seiner Dinge braucht. Jeder Bestellung gehen mehrere E-Mails voraus. Kunden haben mal mehr, mal weniger Vorstellungen, wie die Tasche aussehen soll. Manche schicken Skizzen mit und haben klare Farbvorstellungen, andere brauchen mehr Beratung, bis sie wissen, was für einen krambeutel sie wollen. Ich versuche, so gut es geht, auch nach praktischen und verarbeitungstechnischen Gesichtspunkten zu beraten, um dann wirklich den perfekten Beutel maßschneidern zu können. Da ich mir das Credo der lebenslangen Garantie auf die Verarbeitung der Beutel auferlegt habe, und außerdem schon während der Schneiderlehre stark auf extrem hohe Qualität bei der Verarbeitung getrimmt wurde, ist es mir wichtig, Änderungen oder Reparaturen von vorneherein ausschließen zu können. Ich achte also stark darauf, sehr hohe Qualität zu liefern. Zu angemessenem Preis. Und dann auch noch personalisiert.

4. Kannst du davon leben?

Ich habe es ehrlich gesagt noch nie versucht. Ich bin froh, in beiden gelernten Berufen arbeiten zu können, und brauche auch die Abwechslung, sowohl räumlich als auch thematisch. Natürlich wünsche ich mir manchmal einen “normalen” Abend vor dem Fernseher und ohne noch etwas zu tun zu haben. Das Gefühl alle Aufträge abgearbeitet zu haben ist extrem erleichternd. Aber dann liegt immer noch irgendwo eine Hose rum, die gekürzt werden muss, oder das Versprechen an einen Laden – ich verkaufe krambeutel in ein paar kleinen Geschäften deutschlandweit auf Kommissionsbasis – bald Nachschub zu liefern. Im Moment ist eine neue Internetseite für krambeutel in Bau. Da wird es dann eine große Galerie, ein Blog mit den neuesten krambeutel-Neuigkeiten, Inspirationen und auch Beutelnäh-Anleitungen und einen Taschengenerator geben, mit dem man sich auf der Webseite seinen persönlichen krambeutel zusammenstellen kann. Das wird super!

4. Welcher Turnschuh ist dein Lieblingsturnschuh?

Oh, da gibt es mehrere Lieblinge. Zur Zeit mag ich eigentlich am liebsten solche, die bis zum Knöchel gehen oder knapp darüber enden. Ich hab drei Paar davon: türkis-schwarze Onitsuka Tigers, blau-gelbe von der spanischen Marke Veja und schlichte schwarze, wunderschön leichte Nikes. Ich habe Schuhgröße 43 und schramme damit knapp an der Mädchenschuh-Auswahl und den tollen bunten Sneakern vorbei.

6. Liest du Blogs?

Ja, immer wieder und dann auch gerne. Am liebsten morgens zum Frühstück und am liebsten Blogs, die inspirieren und für den Tag Ideen und Farben in den Kopf verankern.

Mein absoluter Favorit ist the purl bee. Da werden Projekte in allen möglichen Handarbeits-Arten vorgestellt, teilweise auf mit Anleitungen. Da kann ich stundenlang nach Verarbeitungstechniken suchen. Sehr sehr gern mag ich auch Stacies Blog stars for street lights aus Indiana/USA. Sie hat super DIY-Ideen, und das ganz ohne masking tape und Tafelfarbe, was bei vielen Bloggern aus der Crafting-Szene zur Zeit die ultimativen Materialien zu sein scheinen. Sehr gerne lese ich auch das Blog von hello handmade, da erfährt man immer was so los ist in Deutschland, das deutsche Etsy-Blog und Foodblogs wie das von Steffi von Ohhh… Mhhh… (wegen der Rezepte, nicht wegen der masking tape-Optik) … Das waren jetzt schon mehr als drei. Achja, und heart handmade uk gehört auch dazu. Eigentlich habe ich keine richtigen All-time-Favoriten, sondern lasse mich eher treiben und lese mich von Blog zu Blog, bookmarke und lösche dann aber auch immer mal wieder.

Danke, liebe Steffi!




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