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Schande über unser Haupt, wir haben es versäumt, einer der großartigsten Turnschuhträgerinnen der Nation, pünktlich auch hier auf unserem Blog zum Geburtstag zu gratulieren. 20 Jahre ist sie alt geworden am Freitag, aber sie wird es uns hoffentlich verzeihen. (Normalerweise schreibt Lisa immer diese wunderbaren Geburtstagstexte, die hat jedoch bisher faul in der spanischen Sonne gelegen, Recht hat sie; ich vertrete sie hier sozusagen)

Wer einmal ein paar Tage lang mit Mareike durch eine deutsche Stadt marschiert ist, der weiß wovon ich rede, wenn ich sage: Du bist großartig. Eine hilfreiche Beifahrerin. Auch nach 5 Stunden Autofahrt noch ein netter Mensch. Warmherzig. Aber mit genug boshaftem Humor ausgestattet. Ein Herzmädchen. Eines, das manchmal wunderbar lospoltern kann. Und dann diese großen blauen Augen.

Wir hoffen, dass jemand dir am Freitag gewaltsam eine Krone aus buntem Krepp aufgesetzt hat, mit der du dann den ganzen Tag rumlaufen musstest. Das hättest du verdient. Was du außerdem verdienst? Ein Rick-Astley-Privatkonzert. Jemand, der dir jeden Tag sagt, wie toll du bist. Pflastersteine sollen mit deinen Worten gekennzeichnet sein. Jemand möge dir kleine Plastiktöpfchen mit leckeren Salaten reichen, jedes Mal, wenn dir danach gelüstet.

Das faszinierende an Schuhen ist eigentlich nicht nur, dass man aus männlicher Sicht als Frau scheinbar mehrere nahezu gleich aussehende Modelle besitzen kann, die – wenn man mal grob überschlagen würde – auf jeden Fall den Gegenwert eines 10tägigen Urlaubs auf irgendeiner Tropeninsel hätten. Nein, das ist bei weitem nicht das faszinierendste an Schuhen.

Wir hatten es nicht immer leicht, weil wir die Jüngsten waren, bis wir nicht mehr die Jüngsten waren. Irgendwie mussten wir uns behaupten, keine Mutproben oder so, kein Verspeisen von Regenwürmern, aber wir mussten uns von Zeit zu Zeit ein bisschen beweisen. Manchmal flossen Tränen. Weil wir die Merkwürdigen waren. Erfahrungen, die man unbedingt machen muss. Und manchmal war es schöner, wenn wir unter uns oder wenn nur wenige andere mit anwesend waren. Denn unter uns konnten wir sein, wie wir wollten. Und zugeben, dass wir bis gestern noch die große rote Kiste voller Playmobil in unserem Zimmer neben dem Schreibtisch stehen hatten.

Du kommst klar. Du hast dein Leben im Griff. Wenn du einen extra Platz für deine Medikamente hast. Für die Kopfschmerztabletten und das Nasenspray und die Kautabletten gegen Völlegefühl. Wenn sie sich nicht wahllos neben deinen Kaffeetassen stapeln oder unter deinen Socken begraben liegen oder neben dem Flaschen- und Dosenöffner in irgendeiner Schublade sondern in einer extra Box oder einem Schränkchen oder einer Schublade im Badezimmer. Wenn du früh genug aufstehen kannst, um noch einen Korb voll Wäsche in die Waschmaschine zu stecken. Wenn du nie während der Fahrt das schreckliche Geräusch – Pallinngg – hörst, das dir ankündigt, dass der Tank jetzt nur noch 50 km weit reicht und du dann auch umgehend die nächste Tankstelle anfährst, ohne erst 47,5 km orientierungslos, aber mit einer ganz gefährlichen Ruhe durch die Walachei zu fahren. Wenn du deine Bankkarte verlierst und sofort weißt, was zu tun ist, und ohne Umschweife die richtige Notfallnummer anrufst. Und wenn du intuitiv einmal im Monat dein Auto durch die Waschanlage fährst. Intuitiv, verstehst du? Nicht erst, nachdem du von mehreren Unbeteiligten gefragt wirst, ob dir das nicht peinlich ist, mit so einem schlammfarbenen Auto durch die Stadt zu fahren.