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Am vergangen Freitag erschien auf Zeit Online ein Beitrag von Nina Pauer, in dem sie über Geschlechterrollen und Männer spricht. Sie sieht die jungen Männer in einer Krise, verursacht durch den Wandel, den die Gesellschaft in den letzten knapp 30 Jahren erfahren habe. Die Gesellschaft sei es angeblich, die es dem Mann abverlange sensibel, einfühlsam, bedacht und auch mal schwach zu sein. Zwar lenkt die Autorin an dieser Stelle kurz ein, dass diese Wandlung zunächst zu begrüßen sei, sieht aber ein Abgleiten in das Groteske.

Das faszinierende an Schuhen ist eigentlich nicht nur, dass man aus männlicher Sicht als Frau scheinbar mehrere nahezu gleich aussehende Modelle besitzen kann, die – wenn man mal grob überschlagen würde – auf jeden Fall den Gegenwert eines 10tägigen Urlaubs auf irgendeiner Tropeninsel hätten. Nein, das ist bei weitem nicht das faszinierendste an Schuhen.

MTV-Urgestein Markus Kavka hat einen Roman geschrieben. “Rottenegg” heißt dieser, benannt nach einem beschaulichen Fleckchen Land in Bayern, und feierte am Donnerstag im Leipziger Centralkabarett Premiere. Mit faulen Eiern hat das eigentlich nichts zu tun, so Kavka, passe aber doch ganz gut. Schließlich nehme der Plot einen Lauf, der spätestens ab der zweiten Hälfte des Romans dazu führt, dass man sich nur noch erschießen möchte.

Wir hatten es nicht immer leicht, weil wir die Jüngsten waren, bis wir nicht mehr die Jüngsten waren. Irgendwie mussten wir uns behaupten, keine Mutproben oder so, kein Verspeisen von Regenwürmern, aber wir mussten uns von Zeit zu Zeit ein bisschen beweisen. Manchmal flossen Tränen. Weil wir die Merkwürdigen waren. Erfahrungen, die man unbedingt machen muss. Und manchmal war es schöner, wenn wir unter uns oder wenn nur wenige andere mit anwesend waren. Denn unter uns konnten wir sein, wie wir wollten. Und zugeben, dass wir bis gestern noch die große rote Kiste voller Playmobil in unserem Zimmer neben dem Schreibtisch stehen hatten.

Du kommst klar. Du hast dein Leben im Griff. Wenn du einen extra Platz für deine Medikamente hast. Für die Kopfschmerztabletten und das Nasenspray und die Kautabletten gegen Völlegefühl. Wenn sie sich nicht wahllos neben deinen Kaffeetassen stapeln oder unter deinen Socken begraben liegen oder neben dem Flaschen- und Dosenöffner in irgendeiner Schublade sondern in einer extra Box oder einem Schränkchen oder einer Schublade im Badezimmer. Wenn du früh genug aufstehen kannst, um noch einen Korb voll Wäsche in die Waschmaschine zu stecken. Wenn du nie während der Fahrt das schreckliche Geräusch – Pallinngg – hörst, das dir ankündigt, dass der Tank jetzt nur noch 50 km weit reicht und du dann auch umgehend die nächste Tankstelle anfährst, ohne erst 47,5 km orientierungslos, aber mit einer ganz gefährlichen Ruhe durch die Walachei zu fahren. Wenn du deine Bankkarte verlierst und sofort weißt, was zu tun ist, und ohne Umschweife die richtige Notfallnummer anrufst. Und wenn du intuitiv einmal im Monat dein Auto durch die Waschanlage fährst. Intuitiv, verstehst du? Nicht erst, nachdem du von mehreren Unbeteiligten gefragt wirst, ob dir das nicht peinlich ist, mit so einem schlammfarbenen Auto durch die Stadt zu fahren.